Rock’n’Literatur

Da musste der kleine Kiosk in der Ottenser Hauptstraße in Hamburg mal wieder einiges aushalten: Zur diesjährigen Kiosk-Lesung hatten sich vier mit Texten bewaffnete Menschen angekündigt sowie fünf Musiker, die diesem lauen Sommerabend einen ganz eigenen Klang verleihen wollten. Und sie haben es geschafft, die Straße mit ihren Texten und Tönen zu beleben und so manchen Passanten von seinem eigentlichen Ziel abgebracht.

Keine Lesung ohne amtlichen Büchertisch. Kollege Mayr checkt die Bestände

Wie befürchtet, war es im Kiosk selbst viel zu eng für alle, aber kein Problem, dank Schaufenster und Verstärker war auch von draußen das Geschehen gut zu verfolgen. Im Verlauf des Abends wurde gar die Schaufensterbühne aufgegeben und das Programm komplett auf den Bürgersteig verlegt. Aus literarischer Sicht war der Abend sehr abwechslungsreich. Neben Christine Sterly-Paulsen und Steffen Roye, die beide in unserer Anthologie Schau gen Horizont und lausche vertreten sind, kam als Überraschungsgast kurzfristig noch Carsten Klook vom Textem Verlag dazu.

Carsten Klook dekorativ im Schaufenster

Christine Sterly-Paulsen liest aus dem "Horizont"

Und da die Kiosk-Lesung auch immer eine gute Möglichkeit ist, jungen Talenten ein Gehör zu verschaffen, hat Oliver Teetz die Gelegenheit genutzt und einen eigenen Text vorgetragen – natürlich einen rauen und urbanen.

Auch Steffen Roye genießt die Sicht aus dem Schaufenster

Oliver Teetz stellt dem seichten Zeitschriftenmarkt echte Literatur entgegen

Kiosk-Besitzer Winni hat für die musikalische Seite gesorgt – und wie! Er selbst hat zu Beginn mit der jungen Sängerin Constanze-Patrizia gespielt (eine Wahnsinnsstimme!) und anschließend zusammen mit Mandy unter freiem Himmel Stücke mit deutschen Texten gespielt. Zwischenzeitlich griff „Freewheelin‘ Frank“ Neubert vom Friseursalon um die Ecke in die Saiten.

Constanze-Patrizia und Winni starteten das Musikprogramm

Der Bürgersteig wurde von Mandy und Winni spontan zur Bühne erklärt

Sonst an der Schere, jetzt an der Gitarre: "Freewheelin' Frank" Neubert

Zum Abschluss französische Klänge von Christophe Garnerone

Den musikalischen Abschluss und das Ende dieser fulminanten Veranstaltung im Rahmen der altonale bildete der Franzose Christophe Garnerone, der in seiner Muttersprache angenehm ruhige Stücke darbot, die bei den Zuhörerinnen und Zuhörern beseelte Gesichtsausdrücke hinterließen.

Literatur und Musik erobern die Straße

Das Geheimnis des erfolgreichen Abends: Die drei großen B

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