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Erschienen: Das Gegenteil von Henry Sy

Freitag, 21. März 2014

Teaser Das Gegenteil von Henry Sy

So wie Das Gegenteil von Henry Sy ist bei uns noch kein Buch entstanden: Die Texte, die in den neuen Roman von Stefan Petermann flossen, waren zuerst bei Facebook zu lesen. Stück für Stück entstand dort ein Roman, ein Echtzeit-Roman, wie der Autor das Projekt auch bezeichnet. Stefan Petermann erhielt die Netzresidenz des Bremer Literaturhauses und begann zu schreiben; jeder Eintrag stellte ein Kapital dar und wurde sofort veröffentlicht. Am Ende konnte man dann auf der Timeline von Facebook das so fiktive wie spannende Leben von Henry Sy nachvollziehen.

Jetzt hat diese Geschichte ihren Schritt hinaus aus dem Internet gemacht und ist in diesen Tagen als richtiges Buch erschienen. Auf 224 Seiten kann man sich nun durch das Leben von Henry Sy treiben lassen, ohne dabei der strengen chronologischen Gestaltung der Timeline folgen zu müssen. Wie schon im Internet, so begleiten auch in der gedruckten Fassung alte Familienbilder aus der Fotothek Weimar das imaginäre Leben der Hauptfigur.

Das Gegenteil von Henry Sy ist ab sofort in eurer Lieblingsbuchhandlung zu bekommen, bei Amazon und auch in unserem asphalt-Shop.

Wer ist Henry Sy?

Samstag, 22. September 2012

Das Motto von Henry Sy lautet: „Im Zweifelsfall für das Gegenteil“. Auch wenn es unvernünftig scheint. Gerade dann. Trotzdem gelingt ihm ein geradezu außergewöhnliches Leben. Da ist Magda, sehr wahrscheinlich seine große Liebe. Da ist Rottmann, der Henrys Unglück will. Da sind die undurchsichtigen Obsidian. Und Huck, eine Bauchrednerpuppe, die eine wahrhaft magische Fähigkeit besitzt …

Im Rahmen seines dreimonatigen, virtuellen Stipendiums erzählt Stefan Petermann die Biographie einer erfundenen Figur anhand von Einträgen in der Zeitleiste von Facebook. Diese Geschichte ist nicht chronologisch erzählt, sondern rückwärts, seitwärts, manchmal auch vorwärts, durcheinander, übereinander. Verschiedene Ebenen sollen sich bilden und ineinander verschränken und so jeden Leser das Leben Henry Sys anders wahrnehmen lassen.

„Stefan Petermann schreibe einen Echtzeitroman des 21. Jahrhunderts“, so die Jurymitglieder der Bremer Netzresidenz, „und experimentiere dabei innerhalb des sozialen Netzwerkes Facebook mit den klassischen erzählerischen Mitteln. Der Autor bewege sich mit seinem Projekt im Spannungsfeld von Narration und Interaktion, von realen wie erfundenen Schauplätzen und Ereignissen. Mit dieser neuen Form der digitalen Literaturvermittlung erreiche Stefan Petermann gerade auch jüngere Leserinnen und Leser, die sich noch nicht unbedingt für Literatur interessieren.“

Die Bremer Netzresidenz wird vom virtuellen Literturhaus Bremen für herausragende literarische Onlineprojekte verliehen und ist mit 2.000 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld erhält der Preisträger einen vierwöchigen Aufenthalt im kunst:raum sylt quelle auf der Nordseeinsel Sylt. Die „Bremer Netzresidenz“ wird durch die Bernd und Eva Hockemeyer Stiftung und die Stiftung kunst:raum sylt quelle realisiert. Mit freundlicher Unterstützung der Fotothek Weimar.

Hier geht’s zum Roman. Und hier gibt’s mehr zum Projekt und über Stefan Petermann. Viel Spaß!